TIPILAGER DER 6. KLASSE FRIEDBERG, GAIS

 

Die sonnigste Woche in diesem Spätsommer liess das Lagerleben im Jura zu einem eindrücklichen Erlebnis werden. Unsere Gastfamilie in Ravines bei St-Ursanne stellte uns ein grosses Stück Weideland zur Verfügung und half mit, das Tipidorf aufzubauen. Neben der Stelle für die Lagerfeuer bildete ein Unterstand mit der Kücheneinrichtung und den Esstischen das Zentrum. Die vorsorglich mitgebrachten Regenplachen brauchten wir als Sonnenschutz!

 

                

 

Schwimmen im Doubs

Wir baden jeden Tag im Doubs. Es gibt da eine fünf  Meter hohe, hölzerne, gedeckte Brücke. Eine breite Strasse führt darüber. Wie wäre das, wenn wir hinunterspringen würden? Zuerst wagt sich niemand zu springen. Dann entschließt sich als erster Yannik dazu; das ist der Bruder von Sheila. Danach springen fast alle, ausser ein paar wenigen. Vor dem Sprung fühlen wir ein Kribbel im Bauch und starkes Herzklopfen. Sheila wagt es als erste von den Mädchen. Aferdita  springt auch, aber sie macht fast den Ränzler. Im Wasser schwimmen kleine Fische um die grossen Steine. Von der Brücke sieht man sie gut. Wir müssen sehr gut achten, wohin wir springen .

Sheila Hofer und Aferdita Hoti

                          

Geräusche in der Nacht

Wir hören jede Nacht den Kauz schreien und ein Reh bellen. Wenn wir Mädchen schlafen gehen, vernehmen wir das Geräusch einer Kröte oder ein Grunzen. Ein paar Mädchen fangen an zu schreien. Am Morgen finden wir raus, dass es Herr Maerten und Sämi waren, die in der Nacht Wildsau und Kröte spielten. Die Grillen hört man früh morgens. Auch ein Vogel macht immer ein komisches Geräusch. Herr Maerten sagt:“ Der Vogel schreit, weil er das Gleichgewicht verliert und vom Baum fällt.“ „Ha, ha!“  Ich habe keine Angst vor den Geräuschen, weil ich an solche Geräusche gewöhnt bin. Die anderen Mädchen schreien immer. Ich, im Knabenzelt höre nicht so viele Geräusche, weil wir andere Themen haben und nicht darauf achten.

Anneliese Bodenmann und Danijar Rohner

 

 

 

Am Lagerfeuer

Die ganze Klasse sammelt jeden Tag Holz für das Lagerfeuer. Von Tag zu Tag wird es grösser. Wir versammeln uns am Abend ums Feuer und erzählen einander mit dem Redestab die Einzelheiten vom Tag, die uns Spass machten. Herr Maerten holt die Gitarre hervor und singt Lieder mit den Knaben und den Mädchen,  natürlich auch mit den Leitern. Wenn man gut zuhört, hört man die Kauze rufen. Die Glut steigt in den Himmel empor. Bald sind wir müde und gehen ins Tipi.

Jan Wetter und David Frei

 

 

 

Die Lagerküche

Die Küche vom Lager ist mit langen Stangen und mit grossen Plachen zusammengebaut. In der Mitte stehen zwei Tische, an denen wir essen. Das Zusammensein an diesen Tischen ist sehr schön und lustig! Wir kochen am Morgen und am Abend auf einem Gasherd. Es gibt jedesmal Tee aus einem riesigen Kanister zu trinken. Eine der verschiedenen Kochgruppen, die zuvor in der Schule eingeteilt wurden, geht am Morgen einkaufen für das Abendessen. Samuel Lutz (Sämi de Lüx) ist der Chefkoch. Es gelingt uns jedesmal, ein gutes Menü auf den Tisch zu stellen. Es gibt fast immer Salat am Abend. Manchmal braten wir über dem Feuer. Jeder hat sein eigenes Geschirr, das in einem selbstgemachten Stoffsack ist. Der Sack hängt an einer Leine.

Was man nicht an der Hitze lassen kann, müssen wir in einer Kühlbox aufbewahren, weil wir ja keinen Kühlschrank haben.

Laura Koller und Julia Hersche

 

 

Versteinerungen

Ein Bächlein fliesst von einem steilen, steinigen und sumpfigen Hang herab über eine Kuhweide. Wir suchen neugierig nach den Fossilien unter den Steinen. Es gibt verschiedene Versteinerungen: Muscheln und solche die aussehen wie Würmer oder Schnecken. Jede Versteinerung unterscheidet sich von einem anderen Stein. Mit der Zeit gewöhnen sich die Augen daran, die Muster und Formen zu erkennen. Wir sind von den Versteinerungen fasziniert. Man vertieft sich in die Suche nach den Versteinerungen.

Renato Hersche und Lisa Billaud

 

 

 

Disco im Tipi

Am Donnerstagabend nach dem Zusammensein am Lagerfeuer gehen wir schlafen. Anstatt dass wir schlafen, fängt Marcel an zu singen. Er singt über Martin: ,, Martin auf der Pis-te, sitzt auf ei-ner Kis-te, auf der Pis-te sit-zen zwei Poli-zis-ten, den Martin haut’s auf den Latz, dann frisst ihn eine Katz.“  Jetzt singt er über alle, die im Tipi sind: David, Jonas, Ivan, Dardan, Sandro, Reto und sogar über sich selbst. Daniel kommt herein und macht mit. Es fängt eine riesige Disco an. Alle singen übermütig und laut mit. Einige tanzen sogar auf den Schlafsäcken umher. Um 1°° Uhr überrascht uns Herr Maerten und sagt: ,, Jetzt ist aber Schluss!“  Vor Schreck fallen wir sofort um und schlafen ein.

Reto Lanenegger und Sandro Giger      

 

 

 

 

Plumpsklo

Man muss zuerst einen Hang hinauflaufen. Oben sieht man am Waldrand ein Loch. Über dem Loch 

steht ein Stangengerüst. Drei Stangen bilden eine Dreibeinstütze. Eine vierte Stange ist waagrecht befestigt. Man muss auf der waagrechten Stange sitzen und runterplumpsen. Am Schluss deckt man „es“ mit Erde zu. Jeder muss sein eigenes WC-Papier mitnehmen.

Daniel Löhrer und Dardan Hoti

 

Fischen im Doubs

6:00 Uhr. Auf zum Fischen, wir können es kaum erwarten! Wir richten unsere Angeln und machen uns auf die kleine Wanderung an den Doubs. Am Fluss angekommen, werfen wir unsere Köder aus. Wir wollen bis zum Frühstück fischen. Michalis und Yannik, unsere erwachsenen Begleitpersonen auf uns auf. Wir geben das Fischen fast auf, aber dann – ein Biss bei Jan ’s Köder!

Bruno Eigenmann und Kay Steit

 

 

Äschen aus dem Doubs

Nun sind wir in Soubey und stehen vor dem Hotel du Cerf. Hier sitzen die zwei Fischer, die wir schon auf unserer Flusswanderung trafen. Sie fragen uns: „Wollt ihr von uns drei Äschen?“  Wir sagen: „Ja natürlich gerne!“ Einer der Fischer würzt die Fische für uns, packt sie in Alufolie ein und gibt uns die drei Fisch sogar in einer Kühltasche mit. Wir bedanken und verabschieden uns bei den Fischern aus dem Jura. Am Abend braten wir die Leckerbissen auf der Glut. Sie passen vorzüglich zum Risotto.

Ivan Kuster und Jonas Kühne

 

 

Achtung Wespen

Hier oben im Tipidach fliegen die Wespen, die Lagerverderber umher. Im Jura hat es ein wärmeres Klima als im Appenzellerland. Die Wespen sind wegen des Klimas und der fast nicht verbauten Landschaft so verbreitet. Man kann nichts gegen die Stecher in solch einer Vielzahl an Nestern unternehmen. Am Tag gibt es Stiche von den Wespen und in der Nacht stechen die Mücken. Die Wespen sind vor allem in den Tipis, im Kochzelt und an den Flaschenrändern. Apropos Flaschenränder: Renato trinkt aus einer Eisteepackung und sieht die Wespe nicht. Folge: Ein Stich in die Lippe. So muss er den Rest der Woche mit einer geschwollenen Lippe umherlaufen. Auch bei anderen stechen die Fieslinge zu. Fast alle haben einen oder mehrere Wespenstiche. Doch wir müssen damit leben.

Martin Koller und Marcel Meier